Sieben Warnzeichen, die wir übersehen haben
Wir haben 2022 alle sieben gehabt und keines erkannt. Rückblickend war jedes einzelne offensichtlich.
- Ein seriöser Anbieter nimmt Preise, die vor Ort Sinn ergeben — keine Pauschale, die mit dem hiesigen Markt nichts zu tun hat.
- Wer Ergebnisse verspricht statt Bedingungen zu nennen, verkauft dir etwas.
- Wer namentlich nicht greifbar ist, will es nicht sein.
- Diese Warnzeichen gelten für jeden Anbieter — uns eingeschlossen. Ganz unten halten wir uns selbst daran.
Lohnt sich Zypern für dich? Schreib uns in zwei Absätzen, was du machst und was du vorhast — du bekommst eine ehrliche Einschätzung. Auch wenn sie lautet: lohnt sich für dich nicht.
Situation schildernVorweg, weil es fair sein soll: Dass jemand zwischen dir und einer zyprischen Kanzlei steht und dafür eine Marge nimmt, ist völlig in Ordnung. Übersetzen, erklären, dranbleiben und Fehler verhindern ist echte Arbeit. Es geht hier nicht um die Marge, sondern um ihr Verhältnis zur Leistung — und darum, ob jemand offenlegt, wofür du bezahlst.
1. Eine Pauschale, die mit dem hiesigen Markt nichts zu tun hat
Eine Gründung auf Zypern ist ein lokaler Vorgang mit lokalen Preisen. Was sie sinnvollerweise kostet, hängt zusätzlich davon ab, wie du arbeitest, ob du Umsatzsteuer brauchst und was du selbst übernimmst. Wer dir eine runde Pauschale nennt, ohne deine Situation zu kennen und ohne Bezug zu dem, was hier üblich ist, nennt dir keinen Preis, sondern einen deutschen Aufschlag.
Und die zweite Hälfte davon: Wer dir nicht sagt, was nicht enthalten ist, hat das aus einem Grund weggelassen. Das war bei uns das erste Warnzeichen, und wir haben es nicht einmal als Frage gestellt.
2. Die laufenden Kosten kommen erst später zur Sprache
Die Gründung ist einmalig. Buchhaltung, Jahresabschluss und Prüfung sind es nicht. Über fünf Jahre gerechnet ist der laufende Block meist größer als die Gründung.
Wer nur den Gründungspreis nennt und beim Rest auf später verweist, vergleicht mit dir die falsche Zahl. Frag nach Jahr zwei, drei und vier, bevor du unterschreibst.
3. In der Kalkulation stehen veraltete Zahlen
Das ist der schnellste Test, den es gibt, und er dauert zehn Sekunden. Diese drei Werte sind eindeutig überholt:
| Steht im Angebot | Tatsächlich |
|---|---|
| 12,5 % Körperschaftsteuer | 15 % seit Januar 2026 |
| 19.500 € Grundfreibetrag | 22.000 € seit 2026 |
| 350 € jährliche Gesellschaftsabgabe | seit 2024 abgeschafft |
Wer die Jahresabgabe noch mitrechnet, hat seine Unterlagen seit zwei Jahren nicht angefasst. Und dann stellt sich die Frage, was darin sonst noch nicht stimmt.
4. Es wird ein Ergebnis versprochen statt Bedingungen genannt
„Null Prozent Steuern." „Legal steuerfrei." „Wir machen das für dich, du musst dich um nichts kümmern."
Auf Zypern hängt fast alles an Voraussetzungen: 60 Tage Anwesenheit, eine dauerhafte Wohnung, eine wirtschaftliche Tätigkeit vor Ort. Wer dir ein Ergebnis verkauft, ohne die Bedingungen zu nennen, verkauft dir ein Risiko — und zwar deins, nicht seins.
5. Die deutsche Seite kommt gar nicht vor
Ein Anbieter, der ausschließlich über zyprische Vorteile spricht und mit keinem Wort erwähnt, dass dein persönlicher Fall vorher in Deutschland geprüft gehört, ist kein Berater. Das Schweigen an dieser Stelle ist kein Versehen — es ist der Teil, der Geschäfte kostet.
6. Niemand ist namentlich greifbar
Wer macht die juristische Arbeit tatsächlich? Wie heißt die Person, wo ist sie zugelassen? Steht eine echte Anschrift im Impressum oder nur ein Kontaktformular?
Ein Anbieter, bei dem am Ende niemand mit Namen dafür geradesteht, hat sich das so überlegt. Ein Formular ist kein Gesprächspartner.
7. Es wird Eile gemacht
„Nur noch diesen Monat zu dem Preis." „Bevor sich das Gesetz ändert." „Wir haben gerade nur wenige Plätze frei."
Eine Firmengründung auf Zypern ist ein standardisierter Vorgang, der jeden Werktag hundertfach stattfindet. Es gibt keinen Grund zur Eile, und wer künstlich welche erzeugt, sagt damit etwas über sich. Gesetzesänderungen kommen außerdem mit Übergangsfristen, nicht über Nacht.
Die Gegenprobe
Das sind die Antworten, die du hören solltest. Wenn drei davon kommen, bist du vermutlich richtig.
- Die Preise bewegen sich in dem Rahmen, der hier vor Ort üblich ist — und es wird erst gefragt, wie deine Situation aussieht, bevor über Geld gesprochen wird.
- Die laufenden Kosten für die nächsten Jahre stehen im Angebot, nicht im Nachtrag.
- Es wird dir unaufgefordert gesagt, was nicht enthalten ist.
- Es wird gefragt, wie deine Situation in Deutschland aussieht — bevor über Zypern gesprochen wird.
- Es wird gesagt, unter welchen Bedingungen das Ganze funktioniert, nicht nur, was es bringt.
- Du weißt am Ende des Gesprächs, wer die Arbeit macht und wie er heißt.
- Und im besten Fall hörst du den Satz, dass Zypern für dich vielleicht nicht das Richtige ist.
Und was ist mit uns?
Wäre unredlich, diese Liste zu schreiben und sich selbst auszunehmen. Also die kurzen Antworten:
Preise: Am hiesigen Markt orientiert, nicht an dem, was ein Deutscher zu zahlen bereit wäre. Preis vor Gespräch: Gibt es bei uns nicht. Erst deine Situation, dann ein Angebot — warum, steht hier. Leistungsumfang: Steht schriftlich drin, samt dem, was nicht enthalten ist. Laufende Kosten: Kommen ins Angebot, nicht in den Nachtrag. Eile: Machen wir keine. Deutsche Seite: Die erste Frage, die wir stellen. Und ja, es kommt vor, dass wir jemandem sagen, dass sich das für ihn nicht rechnet.
Schreib uns — und du weißt, ob sich Zypern für dich rechnet
Eine E-Mail genügt. Kein Formular, kein Newsletter, kein Verkaufsgespräch — und keinen Preis, bevor wir deine Situation kennen.
Du schreibst uns. Was du beruflich machst, wo du gerade stehst, was du vorhast. Zwei Absätze reichen.
Wir sagen dir, ob sich das rechnet. Ob Zypern in deiner Situation überhaupt sinnvoll ist — und was in Deutschland vorher geklärt gehört.
Wir verknüpfen dich mit der Kanzlei vor Ort. Firmengründung, Buchhaltung, Non-Dom, Yellow Slip — zu zyprischen Preisen, von Leuten, die das jeden Tag machen.